Am Sonntag, dem 21. Juni, fanden in der Pfarrkirche in Stollarzowitz Feierlichkeiten zum Gedenken an den 75. Jahrestag der oberschlesischen Tragödie, den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und den 25. Jahrestag der Einweihung des Denkmals "Zum Gedenken" für die ermordeten, internierten und gefallenen Einwohner von Stollarzowitz und Friedriechswille statt.

Die feierliche heilige Messe wurde von Bischof Jan Kopiec, Ordinarius der Diözese Gleiwitz, geleitet und die Predigt gehalten. An der Zeremonie nahmen unter anderem teil: Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln Birgit Fisel-Rösle, Bürgermeister von Beuthen Mariusz Wołosz, Präsidentin der Vereinigung Deutscher Sozial- und Kulturvereine in Polen und Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in Europa Bernard Gaida,Vorsitzender des Sozial- und Kulturvereins der Deutschen der Woiwodschaft Schlesien Marcin Lippa, Vorsitzender des Sozial- und Kulturvereins der Deutschen im Oppelner Schlesien und Vorsitzender des Woiwodschaftstages der Woiwodschaft Oppeln Rafał Bartek, Vorsitzender der Oberschlesischen Landsmannschaft Herford in Deutschland Christof Cziumplik, Vorsitzender des Stadtrates in Beuthen Mariusz Janas, Stadtrat Beuthen Marek Wilk, Gründer des Denkmals "Zum Gedenken an die Opfer" Dr. Jan Golla.

Wir stehen heute nebeneinander, Deutsche und Polen, wir stehen so seit den Anfängen unserer Kirche. Heute jedoch stehen wir auf eine besondere Art und Weise da: Im Gedenken an die tragischen Ereignisse, die vor 75 Jahren unsere Lieben, unsere Familien betroffen haben, stehen wir vor dem Geheimnis des menschlichen Leidens und vor dem Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes.

P. Johannes Wycisk schreibt in der Pfarrchronik:

Als der Krieg 1939 begann, wurden viele unserer jungen Männer und Frauen in die Armee eingezogen. Es gab fast keine Familie, in der nicht jemand in der Armee diente. Bald kamen Berichte über unsere Gefallenen von den Schlachtfeldern. Dies verursachte der Pfarrei viel bitteres Leid. Unsere geliebten Männer sind gestorben, alles junge Männer um die 20 Jahre alt, mutig und fromm, eifrige Katholiken. Gott hat so viele Opfer für die Fehler der Welt gebracht. Der Pfarrer weinte und betete, und mit ihm die ganze Gemeinde.
Aber das Unglück kommt aus dem Osten. Es herrscht tiefe Traurigkeit und eine lähmende Angst vor den kommenden Ereignissen...

Vor 25 Jahren, genau am 50. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, wurde der Kirche ein Denkmal "Zum Gedenken an die Opfer" gewidmet. Der Initiator und Gründer des Denkmals, Dr. Jan Golla, sagt, dass dieses Denkmal auch ein symbolisches Grab seines Vaters ist, dessen Überreste irgendwo auf "unmenschlichem Boden" liegen. Nach der Eucharistie begaben sich die Teilnehmer der Zeremonie zum Denkmal, um Kränze und Blumensträuße niederzulegen und Kerzen anzuzünden im Gedenken an alle Einwohner von Stollarzowitz und Friedrichswille, an die Deutschen und Polen, an die Gefallenen, Ermordeten, Internierten und die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Der Mai 1945 war für die Deutschen im Osten nicht das Ende des Krieges. Noch viele weitere Jahre wurden sie in den so genannten Arbeitslagern gehalten, in die UdSSR deportiert und als Sklavenarbeiter eingesetzt. Viele haben damals den Krieg überlebt, aber sie haben den Frieden nicht überlebt. Es ist wichtig, dass während der heutigen Zeremonie an aller unschuldigen Opfer der Sieger gedacht wurde. An die meisten von ihnen erinnern keine Gedenktafeln, Denkmäler oder gar Gräber. Dies gilt sowohl für Schlesier als auch für Deutsche aus Pommern, Ostpreußen, der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und dem Balkan. Die Auswirkungen des Krieges und der Nachkriegsjahre dauern an. Denn viele wurden nicht aus ihrer geographischen Heimat vertrieben, sondern verloren ihre sprachliche und kulturelle Heimat. Bis heute haben sie keine Schule mit Deutsch als Unterrichtssprache. Deshalb muss dieses Nachkriegsschicksal noch überwunden werden.

Bernard Gaida, Präsident der VdG
Viele überlebten damals den Krieg, aber den Frieden haben sie nicht überlebt https://dfk.stolarzowice.info/images/content/jahrestag-messe-13.jpg Joachim Makowski

Tragödie des deutschen Ostens. Wir erinnern.

Wojna ta dobitnie pokazała, że cierpienie i ból dotknęły ludzi wszystkich narodowości i pamięć o tym nie może nikogo wykluczać.

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